Wilhelm Neurohr

Kindheit/Jugend/Berufsausbildung

Als drittes Kind einer Bergarbeiterfamilie im Ruhrgebiet in der Stadt Herten 1951 geboren und hier aufgewachsen. Nach Volksschulbesuch bereits mit 13 Jahren Ausbildungsbeginn 1965 im Bergbau als Bergvermessungstechniker mit Besuch der Fachberufsschulen in Gelsenkirchen und Essen-Zollverein (heute Weltkulturerbe) einschl. 6-monatigem Bergmannspraktikum unter Tage; anschließend zweieinhalb Jahre Berufspraxis im Markscheidewesen unter Tage (mit 17 Jahren bereits als Messtruppführer) auf der Schachtanlage Schlägel & Eisen (Hibernia AG/Bergbau AG Lippe). Mitglied in der Bergbau-Gewerkschaft IGBE (heute IGBCE) in der Phase von Bergwerks-Stilllegungen. Nebenher Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit (bis zum späteren Austritt aus der katholischen Amtskirche im 28. Lebensjahr).

Studium und 2. Bildungsweg

Auf dem 2. Bildungsweg in Abendsemestern Erwerb der mittleren Reife und der Fachhochschulreife/Hochschulreife (sowie Engagement in der Schülermitverwaltung). Ab 1972 Grundstudium des Vermessungswesens an der Bergbau-Fachhochschule in Bochum, hier auch Studentenvertreter im Gründungssenat, Konvent und Fachbereichsrat sowie als stellv. Asta-Sprecher (heute „Technische Hochschule Georg Agricola“).

Hauptstudium an der Universität Essen/Gesamthochschule (heute Universität Duisburg-Essen) im Fachbereich Architektur/Bio-und Geowissenschaften, Fachrichtung Städtebau und Landesplanung (studentisches Engagement im Fachbereichsrat und Hochschulgremien), mit Abschluss als Dipl.-Ing. (Stipendium im Rahmen der Hochbegabtenförderung durch die Stiftung Mitbestimmung). Diplomarbeit 1974 über die städtebauliche Folgenutzung einer Bergbau-Industriebrache in einem Bergarbeiterstadtteil sowie ein Stadtentwicklungskonzept für den gesamten bergbaugeprägten Stadtteil. Teilnahme an städtebaulichen Ideenwettbewerben.

Das Leben ist am schönsten, wenn es einen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Gesellschaftspolitisches Engagement

Nebenher Initiator und Mitbegründer des „Hertener Bürgerforums“ zur Partizipation der Bürger an der Stadt-und Umweltplanung; Mitglied im Präsidium, in der Planungskommission und im Stadtteilbeirat. Mitarbeit in zwei Architekturbüros, Freier Mitarbeiter bei zwei Lokalzeitungen und Mitglied im Leserparlament des Zeitungshauses. In den Semesterferien als Werkstudent am Fließband einer Wurst- und Fleischwarenfabrik. Studienreise nach Russland (Moskau, Zagorsk und Leningrad, heute wieder Petersburg). Maßgebliche Mitwirkung in diversen Bürgerinitiativen und politischen Gremien etc. (siehe auch "Zivilgesellschaftliches und parteipolitisches Engagement"); mehrere Jahre ehrenamtlicher Richter bei der kleinen und großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum.

Anfang der 1990-er jahre Mitbegründer des "Arbeitskreises soziale Dreigliederung im Ruhrgebiet", Initiierung zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen zu sozialen Gegenwarts- und Zukunftsfragen, regelmäßiger Arbeits- und Studienkreise sowie Bildungsveranstaltungen und Seminare in Zusammenarbeit mit dem Freien Bildungswerk Bochum und der VHS Bochum etc., Vorträge und Gespräche im Montagskreis der GLS-Bank; Seminarleiter von Biografie-Seminaren, bürgerschaftliches Engagement, Ko-Vorsitzender des Vereins "Pro Alte Feuerwache" e.V. mit der zivilgesellschaftlichen Projektplanung für ethische Dienstleistungen und fairen Handel, u. v. m. Mitglied im Arbeitskreis "Spirituelle Orte im Ruhrgebiet" an der Universität Essen; Ende der 90er Jahre Mitglied im "Terra- One World Network". In den Folgejahren Mitgestaltung zahlreicher Veranstaltungen und Veröffentlichungen sowie Vorträge insbesondere auch zur Frage der Kommunalfinanzen und gegen den Ausverkauf der öffentlichen Daseinsvorsorge und die Gefährdung der kommunalken Selbstverwaltung.

In 2005 Unterstützung der Bürgerkomitees in Frankreich beim Referendum gegen den neoliberalen EU-Verfassungsentwurf und für einen alternativen Gründungsakt für ein demokratisches und solidarisches Europa der Bürger von unten. In 2007/2008 Verfassen und Veröffentlichen des Buches "Ist Europa noch zu retten? Wie die EU den Europa-Gedanken verfälscht. Wege zu einer europäischen Identität". Veröffentlichung zahlreicher Aufsätze zu aktuellen Europa-Fragen und von 7 Thesen zur Zukunft Europas (siehe Rubrik Publikationen zu Europa auf dieser Homepage).

2015 Mitbegründer und Präsidiumsmitglied des gemeinnützigen Institutes für Wissenschaft, politische Bildung und gesellschaftliches Handeln (iWiPo) mit Sitz in Recklinghausen sowie Vortragsreisen und Publikationen zum Thema Freihandelsabkommen TTIP, CETA, TiSA und anderen Themen (wie z. B. zur Zukunft Europas). Als Rentner nebenher freier Mitarbeiter für die Lokal- und Regionalzeitung.

Parteipolitisches Engagement

In der Freizeit ab 1967 politisches Engagement zunächst bei der Jugendorganisation der SPD (Jusos) und 1970 Eintritt in die SPD unter Willy Brandt bis zum Austritt in 2003 (Ära Schröder) nach 33 Jahren aktiver Mitgliedschaft. Bis dahin Kommunalpolitisches- und parteipolitisches Engagement auf verschiedenen Ebenen und in zahlreichen Vorstandsfunktionen auf Orts- und Regionalebene (Ortsvereinsvorstand, Stadtverbandsvorstand, Unterbezirksvorstand, Betriebsgruppenvorsitzender), zudem auch als Bildungsobmann und Pressereferent, als Delegierter auf Orts- Kreis- und Bezirksebene sowie Landes- und Bundesebene, in Landes-Arbeitskreisen der SGK (Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik), in der Bundesarbeitsgemeinschaft für Städtebau und Wohnungswesen, Autor für die Zeitschrtift "Demokratische Gemeinde", als Wahlkampfleiter eines Bundestagsabgeordneten (dem späteren Wirtschaftsminister von Hessen), in Facharbeitskreisen und Programmkommissionen u. v. m. (1979 auch Unterstützung der Gründungsvorbereitungen der grünen Partei auf Regional- und Bundesebene und 2004 Mitbegründer der WASG Regionalgruppe und des Landesverbandes NRW, aber 2008 Austritt aus der fusionierten Linkspartei und fortan parteilos und verstärkt zivilgesellschaftlich engagiert), außerdem in 2004 Initiator und Mitbegründer einer örtlichen Wählerinitiative für den Gemeinderat.

Berufspraxis

1975 Beginn der Berufstätigkeit als Ingenieur im Planungsamt der Kreisverwaltung Recklinghausen, anfangs als Sachbearbeiter für die Landschafts- und Freiraumplanung, dann als federführender Sachbearbeiter für die Stadt- und Regionalplanung und die städtebauliche Bauleitplanung sowie die interdisziplinären Planungskonferenzen, später auch im Bereich der Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung sowie zuletzt als Abteilungsleiter für Stadt-, Regional- und Landesplanung. (Von 1975 bis 1995 Verfasser von insgesamt ca. 2000 Stellungnahmen zu allen städtebaulichen und regionalen Planungsvorhaben im nördlichen Ruhrgebiet).

Nebenher Gutachten-Erstellung für ein Landesinstitut und für eine Kommune sowie Mitglied in 3 Facharbeitskreisen beim Landkreistag NRW und in verwaltungsinternen und interkommunalen Arbeitskreisen und Kommissionen, in Lenkungs- und Steuerungsgremien sowie Leitungskonferenzen. Mitglied in einer Kommission der Landesregierung NRW als Arbeitnehmervertreter (zur Neuordnung der chemischen Lebensmittel-Untersuchungsämter in NRW). Zeiweilig Mitglied der Stabsgruppe des Oberkreisdirektors sowie Redenschreiber und Berater für Landräte.

Fortbildungen

Zahlreiche Fortbildungen und berufsbegleitende Studien (u. a. an den Universitäten Bochum und Dortmund, an der Fernuniversität Hagen, den Universitäten Tübingen und Kaiserslautern, der technischen Akademie Wuppertal, dem Studieninstitut für kommunale Verwaltung, der Westfälischen Verwaltungsakademie, dem Institut für Verwaltungswissenschaften Gelsenkirchen, der KGSt, dem Institut für Städtebau und Landesplanung Berlin/München, dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW in Dortmund, der Natur- und Umweltschutzakademie NRW, dem Deutsch-Französischen Forschungszentrum für Sozialwissenschaften Berlin, der Unfallkasse NRW, u. a.),

Ferner Teilnahme an zahlreichen Verwaltungs- und Führungsseminaren und Trainingsprogrammen für Führungskräfte. Auch Ausbildung als Moderator und in Konfliktmanagement sowie Projektmanagement, Kurse zum neuen kommunalen Finanzmanagement und zum kaufmännischem Rechnungswesen, zur Organisations- und Personalentwicklung, zur systematischen Entscheidungsfindung und zur Bildung von regionalen Netzwerken. (Angebotenes und geplantes Weiterbildungsstudium "Angewandte Ethik" als Master-Studiengang an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in 2004 aus Kostengründen und wegen Arbeitsüberlastung abgesagt).

Gewerkschaftsengagement und Personalrat

Nebenher Engagement bei den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten von ÖTV (später ver.di) als stellv. Sprecher, bei der Herausgabe von Betriebszeitungen und in der Personalvertretung als Schriftführer. Von 1993 bis 2012 fast zwei Jahrzehnte Personalratsvorsitzender der Kreisverwaltung (mit zuletzt 2.100 Beschäftigten einschl. des zweitgrößten Jobcenters) sowie Sprecher des regionalen Personalräte-Arbeitskreises (interkommunale Interessenvertretung für über 10.000 Kommunal- und Behördenbeschäftigte), Mitglied in zahlreichen Einigungsstellen sowie Vorsitzender der Einigungsstelle bei der Stadt Herten.

Zugleich vielfältige gewerkschaftliche Funktionen in der ÖTV und bei ver.di (in Kreisvorständen, Streikleitungen, als Delegierter und in Bezirks- und Landesgremien); zahlreiche gewerkschaftliche Fortbildungen und Personalrats-Fortbildungen (u. a. beim DGB-Bildungswerk), Seminare, Tagungen und Seminarleitungen; Teilnahme und Mitgestaltung bei Tagungen und Kongressen; Mitgestaltung der Reform der Kommunalverwaltung in Lenkungs- und Steuerungsgremien und Modellprojekten, mit Verhandlung und Abschluss zahlreicher mustergültigen Dienstvereinbarungen; Mitglied in ungezählten betrieblichen und überbetrieblichen Arbeitsgruppen und Kommissionen; in 2010 Nominierung für den deutschen Personalrätepreis.

Foto: Wilhelm Neurohr, Sprecher der Personalräte, mit ver.di-Chef Frank Bsirske im Zelt der Ruhrfestspiele auf einer Großveranstaltung mit über 1000 Beschäftigten aus 25 Kommunalverwaltungen sowie Gewerkschaftern und Personalräten und zahlreichen Bürgermeistern aus dem gesamten Ruhrgebiet zur kommunalen Finanzmisere im Mai 2010

Lokale Agenda 21 und Zivilgesellschaftliches Engagement

Über 10 Jahre lang zugleich Beauftragter der Kreisverwaltung für die Lokale Agenda 21 und für das Klimschutzbündnis, mit vielen nachhaltigen Projekten und Initiativen, u. a. federführende Begleitung regionaler Ökoprofit-Projekte mit über 100 beteiligten Betrieben und Unternehmen aus dem nördlichen Ruhrgebiet sowie Mitwirkung im Agenda-Kreisnetzwerk; Mitglied im Arbeitskreis Agenda 21 des Landkreistages NRW; zugleich Mitglied der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 und Agenda-Kontakperson für den ver.di-landesbezirk NRW und die DGB-Region, ferner Mitglied im Agenda-Forum und im Agenda-Lenkungskreis der Stadt Recklinghausen sowie zeitweilig Sprecher des Fachforums für nachhaltige Stadtentwicklung in Recklinghausen (und in dieser Funktion Vertreter im städt. Planungsauschuss).

Nebenher vielfältiges ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement Federführend in zahlreichen Bürgerinitiativen; Einsatz als Dozent für VHS-Kurse an 3 Volkshochschulen und bei privaten Bildungsträgern, Mitarbeit im Heimatverein, bei der Gründung von Sozialforen, als Mitglied bei Attac und bei LobbyControl sowie im Netzwerk Soziale Dreigliederung und in der Anthroposophischen Gesellschaft, im Afrika-Verein Avenir-Togo als Mitbegründer, zeitweilig Mitglied im "Terra One World Network"; ferner Unterstützung von Mehr Demokratie e. V., vor allem Hunderte Publikationen in zahlreichen Printmedien und Internet-Foren sowie rege Vortragstätigkeit auch bundesweit; Mitbegründer eines Wissenschaftsinstitutes.

Privates und familiäres Engagement

Seit 40 Jahren verheiratet, im privaten und familiären Leben intensive Kinderbetreuung nach Geburt einer Tochter und eines Sohnes in 1981 und 1984 (sowie zeitweilig Betreuung einer Pflegetochter), Mitbetreuung von 2 Enkelkindern, 8 Jahre lang Bewirtschaftung eines ökologisch-biologischen Schrebergartens, Mitbegründer eines Waldorfkindergartens und eines Förderschulprojektes in privaten Elterninitiativen sowie aktive Elternarbeit an der Schule; private Kontaktpflege zu Freunden auch aus Afrika, Südamerika, aus Osteuropa und Frankreich sowie Reisetätigkeit in Europa mit Vorliebe für Frankreich; Wohnort Recklinghausen (ab Februar 2016 in Haltern am See)..

Reisen

Jährliche Reisen im Rahmen des „sanften Tourismus“ in alle Regionen Deutschlands und in zahlreiche Länder und Städte Europas mit besonderen Vorlieben für Südfrankreich und die Insel Korsika, aber auch für Italien (u. a. Toskana und oberitalienische Seen), aber auch nach Skandinavien und in die Alpenländer mit Begeisterung für Bergwanderungen und naturnahen Urlaub; Unterstützung der Afrika-Projekte der Ehefrau in Togo, beim Aufbau von Kindergarten, Grundschule und Sekundarschule sowie Landwirtschaft und Gesundheitsstation in Togo (siehe http://www.avenir-togo.de/) sowie bei ihrem Engagement für Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingshilfe.

Persönliches Miterleben als Zeitgenosse eines Großteils deutscher Geschichte und Weltgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

  • Nachkriegs- und Wiederaufbaujahre in der Regierungsära von Kanzler Adenauer
  • Wirtschaftswunder und Wohlstandsjahre in der Regierungsära von Kanzler Erhard und Kiesinger
  • Reformjahre und 68-er Bewegung sowie Ostpolitik in den Regierungsjahren von Willy Brandt und Helmut Schmidt
  • Phasen des Stillstands, hoher Arbeitslosigkeit und Sozialabbaus sowie Wiedervereinigung unter Kanzler Kohl
  • Neoliberaler Sozialstaatsabbau mit Reformagenda 2010 u. Hartz IV zur Jahrtausendwende unter Kanzler Schröder
  • Verschärfung Armuts-Reichtums-Schere, Finanzmarktkrise und beginnender kalter Krieg unter Kanzlerin Merkel
  • Krise der Europäischen Union und weltweite Krisen, Kriege Volksaufstände, Flüchtlingsströme, Ukraine-Krise
  • Verschärfung terroristischer Gewalt durch IS und andere Kultur-und Religionskämpfe durch Islamismus.

Die Zukunft beunruhigt uns, die Vergangenheit hält uns fest, deshalb zählt nur die (Geistes-)Gegenwart